Windenergie: So mächtig und so schwach

Windstromrekord im Januar. Und wieder wurde mehr Energie aus Wind erzeugt als in Kernkraftwerken. Aber Wind ist launisch. Und wie.

Für Freunde von Ökostrom und Windenergie – und wer ist das nicht? – haben die Statistiker der Netzbetreiber in diesem Winter jede Menge guter Nachrichten parat. Der Rückblick auf den Januar macht da keine Ausnahme. Die Windräder zwischen Helgoland und Alpenrand lieferten mal wieder eine Rekordernte. Und die hat den Strompreis weiter gedrückt. Aber der Januar hat auch erneut die Tücken dieses Erfolgs offenbart.

Der international agierende Energie-und Rohstoff-Spezialist Platts meldet einen Rückgang des von ihm ermittelten Festland-Index‘ (Platts Continental Power Index) um 7,44 Prozent im Vergleich zum Dezember 2014 – und um gut 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr: auf 35,81 Euro die Megawattstunde (MWh) – und das im teuren Tagesgeschäft (die Stromversorger kaufen natürlich die größten Kontingente langfristig ein).

In Deutschland rutschte der Strompreis im Einkauf noch tiefer, auf einen Durchschnitt von 29,15 Euro pro MWh – also unter 3 Cent die Kilowattstunde. Das sind 20 Prozent weniger als im Januar 2014 und satte 13 Prozent weniger als im Dezember.

Das lag in erster Linie an einem neuen Monatsrekord für den Windstrom, der mit 9,44 Terawattstunden um 52 Prozent über dem Januar 2014 lag – und zum zweiten Mal in Folge über der Strommenge aus Kernkraftwerken. Gleichzeitig bekamen die Netzbetreiber aber auch mächtig zu spüren, wie launisch der Wind weht. Zwischen dem neuen Tagesrekord von in der Spitze 31 Gigawatt Leistung am Netz am 9. Januar und lächerlichen 0,2 Gigawatt irgendwann am 19. Januar lagen nur zehn Tage.

Dann müssen halt die Kohlekraftwerke ran, und die Braunkohle-Fraktion jubelt. Saubere Alternativen zur alternativen Energie sind nicht in Sicht. Hier liegt – neben fehlenden Netzen – das größte Versäumnis der Energiewende. Trotz der im Einkauf sinkenden Strompreise verhindert die Finanzierung zweier getrennter Systeme zur Stromerzeugung und neuer Wege zur Stromverteilung, dass die Endverbraucher in naher Zukunft entlastet werden.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.