Solidaritätszuschlag: Mein offener Brief ans Finanzamt

Liebes Finanzamt,

sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit teile ich Ihnen eine Entscheidung mit, die Ihnen sicher nicht gefallen wird, die aber dennoch sagen wir mal: alternativlos ist: Ich möchte, dass Sie für mich weiter den vollen Kinderfreibetrag berücksichtigen, obwohl meine Kinder inzwischen erwachsen und selbst berufstätig sind. Die Begründung ist einfach: Ich brauche das Geld.

Bevor Sie jetzt die Standardantwort schicken, sage ich: Es ist mir völlig klar, dass so ein Kinderfreibetrag zum große Strauß der Familienförderung gehört und dazu dienen soll, Menschen die Entscheidung für eigenen Nachwuchs zu erleichtern – und sie von einem Teil der mit Kindern verbundenen Kosten zu entlasten. Jajaja! Das ist hinlänglich bekannt. Sparen Sie sich die Hinweise.

Mir geht es nämlich gar nicht mehr um die Kinder, die brauchen keine Unterstützung mehr. Dieser Nutzen des Kinderfreibetrages ist für mich hinterm Pflug. Jetzt will ich mit den ersparten Steuern einen großen Urlaub finanzieren, und meine Frau denkt an eine neue Küche. Da herrscht bei uns noch Dissenz, zugegeben. Aber die Entscheidung zur Verlängerung des Kinderfreibetrages tragen wir gemeinsam.Und wir rücken davon auch nicht ab. Die Verwendung werden wir noch klären und Ihnen bei Gelegenheit mitteilen.

Am liebsten wäre uns natürlich, wenn Sie auch gleich veranlassen könnten, dass wieder Kindergeld gezahlt wird. Dann müsste ich keine weiteren Briefe schreiben.

Natürlich kann ich nachvollziehen, dass Sie damit ein Problem haben, Kinderfreibeträge anzuerkennen oder Kindergeld zu bezahlen, wenn überhaupt keine „Kinder“ mehr zu fördern sind. Deshalb rate ich zu einem anderen Begriff, der dehnbarer und im oben genannten Sinne bereits gut eingeführt ist. Sagen wir: Solidaritätszuschlag für die kinderlose Familie? Das passt doch.

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