Ob die Große Koalition noch ihren Jadehasen bekommt?

China ist auf dem Mond gelandet – diese Nachricht ist medial ein bisschen abgestürzt, weil in Berlin gerade ein ähnlich ambitioniertes Projekt in die Tat umgesetzt wird: die Landung der Groko in den Regierungsämtern. Ein Jadehase auf dem Mond. Da lag es nahe, das Wägelchen mit hoppelndem Spott zu überziehen oder das Märchen vom Hasen und Igel zu bemühen – mit Amerikanern und Russen in der Rolle des Igels, der stets schon da war. Diese Witzchen lassen wir besser stecken. Wir sollten die Chinesen eher bewundern und neidisch sein. Der Jadehase und seine Nachfolger schicken sich an, den amerikanischen Eagle tatsächlich zum Igel zu degradieren – aber keinem cleveren.

Stimmt: Die chinesische Raumfahrt hakt momentan ein Programm ab, das Amerikaner und Russen schon eine Weile hinter sich haben. Aber im Unterschied zu diesen Giganten hat China ein stolzes Ziel vor Augen; Russen und Amerikaner hingegen zehren von der Vergangenheit.

Die einst so ruhmreiche NASA ist heute nicht einmal mehr in der Lage, Astronauten zur Raumstation zu bringen und muss sich Flugtickets bei den Russen kaufen – für gut 50 Millionen Euro das Stück. Dabei ist der Service weit entfernt von Erster Klasse. Denn die Russen haben nichts Besseres zu bieten als die steinalte Sojusrakete, deren Typ schon seit gut 40 Jahren gefragt ist, und ohne die das russische Weltraumprogramm vollends am Boden läge. Die NASA hat zumindest ein ordentliches Portfolio von unbemannten Projekten, aber selbst die sind immer wieder in Gefahr, wenn es um die Finanzen geht.

Für neue bemannte Missionen hingegen ist auf absehbare Zeit kein Geld mehr da. Selbst der Weiterbetrieb der guten alten Raumstation ISS steht in Frage, und die ist nicht weiter von der Erde entfernt als Köln von München.

Es ist nicht die Zeit für große Ideen, wie die des US-Präsidenten John F. Kennedy, Menschen zum Mond zu schicken. Eine Idee, die die westliche Welt begeisterte. Heute fragt jeder nach dem Profit und nach Einfluss – Visionen sind in der Politik nicht mehr angesagt – selbst die Idee eines vereinten Europas wird von den Krämern untergepflügt.

China hingegen verfolgt eine solche große Idee: Der Jadehase auf dem Mond ist ein wichtiger Schritt auf einer langen Reise. Eine Raumstation soll entstehen – viel gewaltiger als das kleine Provisorium, das heute unter chinesischer Flagge die Erde umkreist. Die Einweihung ist für 2020 geplant. Wahrscheinlich ist die ISS dann schon verwaist. Und kurz danach wollen die Chinesen auch Menschen zum Mond bringen.

Nicht die Technik ist es, die das Programm so faszinierend macht, nicht die Frage nach dem Image und dem Profit für irdische Unternehmen. Es ist die Kraft, einen großen Plan zu verkünden und konsequent zu verfolgen. Einen Plan, der Menschen mit Stolz, Bewunderung und dem Wunsch erfüllt, selbst Neues zu wagen. Das ist ein Antrieb, ohne den wir heute noch auf Bäumen leben und uns über jeden Tag freuen würden, an dem wir unseren Stamm nicht zu verlassen brauchen. Das sind Visionen, die wir nicht allein den Diktatoren in Peking überlassen dürfen.

Aber Europa und die USA sind ängstlich geworden. Für die Bewahrung des Wohlstands schicken wir zwar Soldaten in den Krieg und vergeuden Billionen in sinnlose Waffengänge. Doch Neues wollen wir nicht wagen. Weder das vereinte Europa noch die Reise zum Mars. Womit wir wieder bei der Großen Koalition wären, deren Mut sich darin erschöpft, den Zustand vor Schröders Agenda-Politik zu restaurieren und ansonsten zu versichern, dass alles beim Alten bleibt. Und auf dem Mond rollt der Jadehase.

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