Die Krise einfach mal ignorieren

Wann waren die Weihnachtsmärkte zuletzt so gut besucht, wann war zuletzt so gute Stimmung? Krise? Wird ignoriert. Das könnte die Lösung sein.

Gute Wahrsager kennen keine Überraschungen. Das widerspricht der Berufsehre. Aber die Wahrsager der Wirtschaftswissenschaft müssen ständig einräumen, dass sie Entwicklungen nicht vorhergesehen haben. Und doch liefern sie munter neue Prognosen ab. Mal wieder „überrascht“ haben die Experten vor einigen Tagen reagiert, als das Ifo-Institut den Geschäftsklima-Index für Dezember präsentiert hat. Die  Stimmung in den Unternehmen bessert sich schon den zweiten Monat in Folge, immer noch gegen alle Vorhersagen. Mit mathematischen Formeln ist das nicht zu erklären. Aber mit Psychologie.  Wahrscheinlich haben die Menschen die Dauerkrise einfach satt und fassen Vertrauen.

In sich.

Es ist mehr als genug Geld da. Die Löhne und Gehälter sind gestiegen. In vielen Regionen herrscht Vollbeschäftigung. Und endlich trauen die Deutschen ihrem eigenen Verstand wieder mehr als den Krisen-Propheten. Sie trauen sich wieder was: investieren, genießen, die Stelle wechseln. Sie vertrauen darauf, dass die Zukunft auch ihre Reize hat und ihre Chancen. Genau da liegt die Lösung.

All das Krisengerede von Milliarden-Lücken und Billionen-Rettungsschirmen ist Auswuchs von Hilflosigkeit. Blanker Aktionismus. Nach welchem Gipfel war das Problem gelöst? Die Programme verdecken die eigentliche Ursache der Schwierigkeiten, den Mangel an Vertrauen und Zuversicht. Es fehlt Vertrauen in die Politik, in Unternehmensspitzen und Vertrauen in das System des globalen Wirtschaftens. Nicht einmal untereinander trauen sich die Banken – wahrscheinlich, weil sie sich zu gut kennen. Die Krise ist eine Vertrauenskrise. „Von oben“ ließe sich das nur lösen durch  charismatische Regierende und Vorbilder. Die fehlen – deshalb blicken wir auf zu Rentnern wie Helmut Schmidt, wenn sie mal ihre Stimme erheben.

Wenn die Vorbilder fehlen, besinnt man sich auf die eigene Kraft. Wir stellen fest: Die Lage ist viel besser als uns eingeredet wird. Die Weihnachtsmärkte sind gefüllt mit fröhlichen Menschen, die Geschäfte berichten von tollen Umsätzen. Deutschland genießt eine gute Zeit. Weihnachten macht neue Hoffnung. Vielleicht gelingt es uns ja, die so genannten Experten auch in den kommenden Monaten mit Optimismus, mit anhaltender Weihnachtsstimmung  zu überraschen und die Krise zu beenden, indem wir sie (und die Krisen-Profiteure in Banken, Börsen und Politik) schlicht ignorieren.

Frohe Weihnachten

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