Alle Räder stehen still, wenn der starke Wind…

Mit diesen Windmühlen hatten die Küstenbewohner noch keine Probleme. Aber die modernen Windräder produzieren manchmal zu viel Strom. Dann müssen sie abgeschaltet werden und sind nutzlos wie ihre hübschen Vorgänger.

Mit diesen Windmühlen hatten die Küstenbewohner noch keine Probleme. Aber die modernen Windräder produzieren manchmal zu viel Strom. Dann müssen sie abgeschaltet werden und sind nutzlos wie ihre hübschen Vorgänger.

Wahrscheinlich ist der Fortgang der viel beschworenen Energiewende nirgendwo besser zu begutachten als an den deutschen Küsten. Hier dreht sich Windrad an Windrad, und draußen auf dem Meer wachsen dicht an dicht neue Türme in den Himmel. Leider, leider ist der erste Eindruck munterer Wendetätigkeit falsch. Was man nicht sieht: Immer häufiger rotieren die Räder völlig nutzlos, weil dem von ihnen erzeugten Strom das Transportmittel fehlt. Natürlich werden die solchermaßen ausgebremsten Stromerzeuger entschädigt – und die Kosten dieser Entschädigung landen im Folgejahr bei den Stromkunden als Teil des Ökoaufschlags.

Strom aus Windenergie ist den Küstenbewohnern wichtig – die steife Brise und die Energiewende wehen ihnen enorme Einnahmen in die Kassen. Hier ist nach dem Niedergang vieler Werften ein Konjunkturprogramm erster Güte in Aktion. Kein Wunder, dass die Kollegen von der „Ostfriesen-Zeitung“ gleich auf der Titelseite Alarm schlagen, wenn den modernen Windmüllern Ungemach droht. Neben einem Windrad vor düsterem Himmel steht die Schlagzeile: „Windmühlen werden immer öfter abgeschaltet“. Und warum? Weil das Leitungsnetz bereits überlastet ist. Es kann den Strom nicht fassen, der da in die Drähte gedrückt werden soll. Also werden Windräder vom Netz genommen. Im Jahr 2009 konnten 74 Gigawattstunden Strom nicht eingespeist werden, im vergangenen Jahr waren es schon 127 Gigawattstunden. Sagt die Bundesnetzagentur der Zeitung.

Aber die Agentur mag falsch liegen, weil sie nur dann von den Abschaltungen erfährt, wenn die Netzbetreiber die fälligen Entschädigungen melden. Das tun sie aber nur schleppend, kritisiert der „Bundesverband Windenergie“ (BWE) und präsentiert eine Studie, nach der im vergangenen Jahr sogar 150 Gigawattstunden Strom aus erneuerbaren Quellen nicht genutzt werden konnten. Dabei hätte diese saubere Energie locker genügt, mehr als 30.000 vierköpfige Familien das ganze Jahr lang zu versorgen.

Die Abschaltungen häufen sich natürlich im Norden – weil da so viele Anlagen stehen, weil das Netz schwach ist und die Transportwege in den Süden lang sind. Und die „Spargel“ bekommen rasant Zuwachs, während der Netzausbau nicht Schritt hält. Vielleicht fehlen die Anreize? Wenn die Windmüller wegen des Überangebots vom Netz gehen, bekommen sie eine Entschädigung vom Netzbetreiber. Und der gibt die Kosten an die Stromkunden weiter, weil sie im Ökostromaufschlag aufgehen. Der Netzbetreiber hat also keinen Nachteil, aber die Stromrechnung steigt. Für nichts.

Es ist damit zu rechnen, dass auch in diesem Jahr ein neuer Nichteinspeise-Rekord erzielt wird. Windräder alleine sind also noch kein Signal für die Energiewende. Manche stehen immer öfter einfach nutzlos ‚rum. Signale für die Kostenwende.

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