Energiewender winden sich beim Klimawandel

Beinahe wäre es mir entgangen: In Berlin wurde mal wieder ein Versuch unternommen, unser Klima zu retten. Der „Petersberger Klimadialog“ stellte die Weichen für die nächste Weltklimakonferenz (wir erinnern uns – eher nicht – an die Vorgänger in Kopenhagen und Cancun?), die Ende November im südafrikanischen Durban stattfindet. Das Ergebnis der vorbereitenden Sitzung ist wenig überraschend, aber wenigstens nachvollziehbar: „Die Teilnehmer haben sich für eine rasche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen ausgesprochen“. Meldet die Agentur. Zuvor hat unsere Bundeskanzlerin, ehemalige Klimaschutz-Wortführerin, vor der Versammlung festgestellt, dass viel zu wenig getan wird, um die Klimaziele wirklich zu erreichen.

Naja. Was ihre Regierung da im Moment praktiziert, ist eine Mischung aus „zu wenig getan“ und „zu viel getan“. Zu wenig sagt das Energiewendemanöver konkret zum Beispiel darüber aus, wie bitte in Deutschland Energie gespart werden soll. Appelle genügen nicht, aus Autobahn-Tempolimit-Gegnern und Geländewagen-Imitat-Fans mal eben Öko-Sparpiloten zu machen. Sonst würden nicht nur vier oder fünf Prozent der Deutschen Ökostrom beziehen, sondern mindestens jene ungefähr 15 Prozent, die den bürgerlich-ökologischen Meinungszug ziehen. Zu viel getan hat die Bundesregierung, weil sie Kohlekraftwerke gleich im Dutzend ans Netz gehen lässt – natürlich ohne die Verklappung des Klimagiftes CO2 in heimischer Erde. Weil das ja auch keiner will – wie Hochspannungsleitungen vor der Haustür oder Pumpspeicher im Schwarzwald.

Wie sagte Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der oberste Energiewender, als er den Klimadialog besuchte? Richtig: Bei der Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen müssten Fortschritte gemacht werden. Wir nehmen ihn beim Wort, wenn es Ende November in Südafrika darum geht, der Welt neue CO2-Fesseln anzulegen.

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