Große Forderungen, große Gesten und E10

Unsere Energieversorgung ist sicher. Wie die Rente. Schon wieder tagt ein Gipfel, und unermüdlich wird Verwirrung produziert. Dabei wollen wir doch nur sichere, saubere, bezahlbare Energie.

Unsere Energieversorgung ist sicher. Wie die Rente. Schon wieder tagt ein Gipfel, und unermüdlich wird Verwirrung produziert. Dabei wollen wir doch nur sichere, saubere, bezahlbare Energie.

Noch ein Energiegipfel. Dass die zu diesen Gipfeltreffen noch Energie haben. Mich hat das längst schlapp gemacht. Große Forderungen, große Gesten – und dann E10. Oder es wird nur gut gegessen und getrunken. Damit wenigstens an einer Sache kein Zweifel herrscht: Wir wollen zuverlässig mit Strom, Sprit und Gas versorgt werden, möglichst umweltschonend und preiswert. Nicht unbedingt billig. Qualität hat ihren Preis. Das verstehen wir. Und Qualität bei Energie – das sind saubere, sichere Quellen. Ganz sicher. Sonst zahlt man halt nachträglich – wie die Japaner für Fukushima und wir für Asse und Gorleben. Oder die Folgen des Klimawandels.

Am liebsten ist es uns, wenn man uns offen und ehrlich ins Gesicht sagt, was zu tun ist. Und was es kostet. Brauchen wir die ganzen neuen Leitungen quer durchs Land? Müssen Kohlekraftwerke gebaut werden als Brücke, wenn die alte Atom-Brücke abgerissen wird? Und was kostet das wirklich? Und so weiter.

Was da bisher von allen Seiten zu hören war, ist zumindest verwirrend. Mal geht es nicht ohne Atom, dann aber doch. Mal kostet importierter Strom einen Haufen Geld, dann ist er billiger als deutscher Kohlestrom. Hier wollen die Bürgerinitiativen mehr Windenergie, da streiten sie gegen Pumpspeicher. Hier bricht das Netz zusammen, weil der Wind so kräftig bläst, da gehen die Lichter völlig aus. Alle würden ja liebend gerne die neuen Hochspannungsleitungen unter die Erde verlegen, aber das ist viel zu teuer – hat uns mal jemand gefragt?

Überhaupt. Fragen. Wenn man uns gefragt hätte, wäre die Bio-Plörre E10 erst gar nicht in die Zapfsäulen gekommen. Das kostet einige Hundert Millionen Euro – rin in die Tanks, raus aus den Tanks. Macht die Lebensmittel teurer und hilft dem Klima nicht. Und dass in der ganzen Sprit-Verwirrung jetzt noch die Preise aus dem Ruder laufen, wundert auch keinen (wer sonst soll den E10-Irrsinn denn bezahlen?). Vor Ostern wird es da sicher nur noch in eine Richtung gehen. Sogar die Tankwarte beobachten staunend bis ungläubig, was ihnen die Zentrale in Ganzweitweg so auf die Preistafeln zaubert.

Die üben nur. Demnächst soll es ja auch beim Diesel nageln. Zumindest kann sich da schon mal Berlin raus reden. Schuld ist Brüssel. Als würde die EU machen, was sie will. Ohne Parlament, deutsche Kommissare und deutsche Beamte.

Ach ja: Nehmen wir Ehrlichkeit für diesen Energiegipfel auf Position eins der Tagesordnung. Die währt bekanntlich am längsten. Dann kriegen wir auch Sicherheit, Umweltschutz und Preis auf die Reihe.

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