Sarazzin muss gehen, aber das Problem bleibt

Er hat sich abgeschafft: Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Er hinterlässt ein aufgebrachtes Volk und das Bewusstsein für ein Problem. Aber keine Lösungen.

Er hat sich abgeschafft: Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin. Er hinterlässt ein aufgebrachtes Volk und das Bewusstsein für ein Problem. Aber keine Lösungen.

Offenkundig ist es also doch leichter, einen Bundesbankvorstand loszuwerden, als Türken und Araber in Deutschland zu integrieren. Aber nur weil sich, wie es so schön heißt, „Politiker aller Parteien“, vom Bundespräsidenten über die Kanzlerin bis zum SPD-Ortsverein, so angestrengt haben, wird es gelingen, Thilo Sarrazin von seinem Amt zu befreien. Bevor jetzt alle, von dieser Leistung angenehm ermattet, zur Tagesordnung übergehen, sei daran erinnert: Das andere Problem gibt es immer noch.

Da helfen weder die Entlassung von Thilo Sarrazin noch sein Ausschluss aus der SPD: Deutschland hat Schwierigkeiten mit der Integration, die offenkundig schon anfangen, wenn man über sie spricht. Weil: Über so etwas spricht man nicht. Weil: dünnes Eis. Aber das Problem ist für alle sichtbar. Nicht nur in einigen Berliner Stadtteilen. Auch in unserer Region gibt es Schulklassen, in denen Kinder mit ausländischen Wurzeln die Mehrheit stellen, wo viele dieser Schüler der Schulsprache nicht ausreichend mächtig sind und von ihren Eltern nur unzureichend mit Lernmaterial ausgestattet werden, weil der Wert von Bildung – vor allem für Mädchen – vehement abgestritten wird. Diese Kinder treffen wir nach der Schulzeit nicht in Unternehmen wieder, sondern in der Fußgängerzone. Der Augenschein trügt halt nicht.

Dass an vielen Orten das Integrationsproblem offenkundig ist, aber dennoch seit Jahren nicht angepackt wird, erzeugt eine böse Stimmung im Land. Genau diese Stimmung benutzt und bedient Thilo Sarrazin. Geschickt vermengt er dabei belastbare Statistiken mit einer rassistischen Abstammungslehre, die es eigentlich verbietet, sich ernsthaft mit seinem Buch zu befassen.

Dieses „nicht befassen“ interpretieren jetzt leider „Politiker aller Parteien“ als willkommenen Anlass, Herrn Sarrazin als das eigentliche Problem zu betrachten – und nicht die Integrationsfragen. Dabei ist er nur ein Ex-Politiker auf Abwegen. Rauswurf aus dem Bundesbankvorstand, Ausschluss aus der Partei, Ende der Debatte. Ende des Themas. Noch mal Glück gehabt.

So wird es leider kommen. Und der Autor hat durch sein Gefasel über Juden-Gen und „dumm geboren“ dazu beigetragen. Vielleicht wollte er ohnehin keine ernsthafte Diskussion lostreten, sondern über den Stammtisch möglichst viele Bücher verkaufen. Jammerschade. Da schafft es einmal ein politisches Buch, trotz hoher Auflage zur Mangelware zu werden, und alles, was im Gedächtnis hängen bleibt, ist die düstere Vision eines anno 2050 überfremdeten Volkes.

Als ob wir eine Wahl hätten in unserem alternden, aussterbenden Land. Aber die dringend erforderliche Zuwanderung muss gestaltet, die Migranten müssen in Deutschland in die Pflicht genommen werden – auch jene der zweiten und dritten Generation. Jetzt, wo das Thema präsent ist wie nie, wo die Mehrheit der Deutschen Herrn Sarazzin trotz seines verbalen Amoklaufs applaudiert, muss verantwortungsvolle Politik deutlich machen: Ja, wir haben die Probleme mit Zuwanderern vernachlässigt. Ja, wir brauchen auch in Zukunft hoch qualifizierte Menschen aus anderen Ländern, damit unser Land überlebt. Nein, wir können es uns nicht leisten, dass vor allem viele junge Türken und Araber in Deutschland ohne Schulabschluss – und dann ohne Arbeit – bleiben und abgleiten in Parallelwelten. Dass es auch positive Beispiele gibt, macht uns nicht träge, sondern treibt uns an.

Und wenn wir schon dabei sind, werden wir natürlich auch die christliche, deutsche Unterschicht aktivieren, deren Kinder ebenfalls im Elternhaus häufig von Bildung ferngehalten werden, statt vom Fernsehgerät. Und die gemeinsam mit muslimischen Altersgenossen in einem sozial undurchlässigen Schulsystem auf Bedingungen stoßen, die einen Aufstieg fast unmöglich machen. Aber um diese Herausforderung werden sich die Parteien noch drücken, wenn Herr Sarazzin seine Abfindung schon ausgegeben und sein nächstes Skandal-Buch geschrieben hat.

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31 Kommentare zu Sarazzin muss gehen, aber das Problem bleibt

  1. @Patric Graf: Wir können es uns nicht erlauben, Kinder von Bildung fern zu halten. Weder solche mit Migrationshintergrund noch Kinder von armen Deutschen. Wie das in demokratischem Rahmen geht? Frühe Ganztagsbetreuung, Sprachunterricht, Bildung begreifbar machen. Und die Eltern in die Pflicht nehmen. Wenn Schulsachen fehlen (trotz Beihilfen), würde ich Leistungen kürzen. Bildungsferne ist keine Ansichtssache, sondern statistisch sauber zu belegen.

  2. Patric Graf sagt:

    @Joachim Türk,

    sie schrieben: Unser Job: den demokratischen Rahmen in Freiheit bieten. Interessant. Verstehen sie unter dem demokratischen Rahmen dass, was sie oben im Blog geschrieben haben? : Und wenn wir schon dabei sind, werden wir natürlich auch die christliche, deutsche Unterschicht aktivieren, deren Kinder ebenfalls im Elternhaus häufig von Bildung ferngehalten werden, statt vom Fernsehgerät.
    Diese, ihre Aussage ist nichts anderes, als Sarazzins Aussagen über Juden und Türken in seinem Buch. Sie benutzen genau das gleiche Niveau, das sie in ihrem Blog eigentlich anklagend beschreiben.

  3. @Dentier: danke für die kluge Antwort an @Angelika. Wir brauchen eine Einwanderungspolitik, weil wir Zuwanderung brauchen. Und Integration nicht nur als Leistungsauftrag an unseren Staat. Merke: auch Auszubildende müssen noch selber lernen – obwohl sie auszubildend sind. So verpflichtet Integration auch beide Seiten. Unser Job: den demokratischen Rahmen in Freiheit bieten.

  4. Dentier sagt:

    @angelika
    – weil Deutsche nicht genügend Nachwuchs zeugen
    – abhängig vom Aufenthaltstitel und Bedingungen im Heimatland
    – Religionsfreiheit im Art. 4 GG Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
    – WEIL SIE ES KÖNNEN!
    – Lobbyarbeit
    – s.o.
    – etwas über den Tellerrand schauen schadet bekanntlich nicht.
    – wird im Arbeitszeitgesetz geregelt. Vor dem Gesetz sind bekanntlich alle gleich.

  5. Fragen:
    warum müssen wir deutschen uns bemühen damit es den muslimischen einwanderern bei uns gefällt ?
    waum ist es nicht möglich einen muslimischen straftäter auszuweisen ?
    warum müssen wir moscheen in großer anzahl dulden ?
    warum kuscht unsere regierung vor den islamisch regierten ländern ?
    warum verkauft uns eine fr. merkel, künast, roth usw. für blöd.
    wo gehen die kinder und enkel unserer politiker in die schule ?
    warum werden die angeblichen intigrationsgesetze nicht so scharf und unerbittlich durchgesetzt wie das rauchverbot ?
    warum werden die vorstände der banken, die uns fast in den ruin getrieben hätten nicht raußgeschmissen ?
    warum müssen unsere kinder (deutsche) in der schule die 7 säulen des koran lernen ?
    warum bekommen die muslime die katholischen feiertage frei und bezahlt ?

    bitte um antworten auch gerne von bürgern mit imigrationshintergrund

  6. Dentier sagt:

    @Ma die letzen beiden Zeilen gefallen mir ausgesprochen gut 🙂
    @JTürk irgendetwas kann jeder machen. Ich erwarte ja jetzt keine Volontariate bei der RZ 🙂 oder eine Ingenieurtätigkeit in der Elisenhütte Nassau, aber auch bei Scheele Neuwied arbeiten Deutsche und am Fließband kann man sich auch mit deutschsprachigen Kollegen unterhalten. Arbeit ist ein ganz wichtiger Integrationsfaktor, wichtiger noch als zwangsweise besuchte Kurse oder Geldverknappung. Das gilt übrigens auch für Deutsche. Und Kindergeld kürzen ist ganz üble Idee. Was können denn bitteschön die armen Kinder dafür wenn die Eltern keinen Bock auf die Gesellschaft haben, die für sie ausgesucht wurde? Lassen sie die Leute arbeiten! Ohne Leistung kein Geld. Nur braucht es dafür zusätzliche Arbeit, damit mit den „Billigjobs“ keine reguläre Arbeit vernichtet wird. Die sollte es aber geben. Im Zweifel mit Warnweste den Zebrastreifen an der Schule freihalten oder Kaugummis und Hundekot von den Gehwegen entfernen.

  7. Matzekatze sagt:

    @Herr Türk: Ich bedanke mich bereits heute abend, dass Sie diesen Meinungsblock durch Ihren Artikel entstehen lassen haben. Ich fliege morgen in der Früh nach Irland. Beruflich für eine Woche. Daher werde ich mich mangels
    nichtvorhandener Möglichkeit nicht weiter über das Thema zumindestens in diesem Medium informieren können. Nun ja. Das Thema selbst wird weiter präsent sein.
    Ich hoffe, dass es sachlich geführt wird wird und keine geschichtliche Bedeutung erlangt.
    Andere Geschichten fingen ähnlich „klein“ an.
    Lassen wir Deutsche die Diskussion gemeinsam in der Mitte fortführen und nicht nach rechts ausarten. Es wäre schade um eine Chance.
    @an Regierung Merkel und Co: Ihr könnt mich am Arsch lecken. Ihr seid so geschmackvoll wie Leitungswasser. Bloss nicht anecken irgendwo.

  8. Akadier sagt:

    In den siebziger Jahren ist eine Studentin der Uni Mainz mit einem CDU-Button über den Campus spaziert. Das war damals ganz schön mutig in dem linken Meinungsklima an den deutschen Universitäten. Sie wurde beschimpft, angepöbelt und schließlich von ihrem sozialen Umfeld isoliert. Sie studierte am Institut für Publizistik, wo die bekannte Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann lehrte und die Therorie von der Schweigespirale entwickelte. Die besagt, dass diejenigen, die zu einem neuen Thema frei ihre Meinung äußern, andere mit sich ziehen und so eine Mehrheitsmeinung erzeugen, während die eher Ängstlichen ihre gegenteilige Meinung für sich behalten, aus Angst, sich zu isolieren. Besagte Studentin hat brutal nachgewiesen (bekommen), dass es wirklich so funktioniert, denn mit ihrer Sympathie für die CDU war sie in ihrem Umfeld allein und ausgeschlossen.

    Wichtigster Meinungsmacher in diesem Prozess sind die Medien: Wenn erst mal eine Meinung zu einem Thema von den Zeitungen und vom Fernsehen unisono verbreitet wird, ist es schwer, sich dagegen zu stellen. Veröffentlichte Meinung wird so letztendlich zur öffentlichen Meinung. Absolutes Paradebeispiel hierfür ist der Fall Sarazin. Noch ehe überhaupt einer sein Buch gelesen hat, hauen alle auf ihn drauf. Wer öffentlich bekennt, dass Sarazin Recht haben könnte, wird sofort als ausländerfeindlich oder zumindest als „political incorrect“ abgestempelt. Hochinteressant ist dabei, dass in einer (anonymen) Umfrage 90 Pozent der SPD-Wähler Sarazin beipflichten. Sie sind die Arbeiter, die das erwirtschaften müssen, was die Hartz-4-Empfänger bekommen und oft nicht schlecht davon leben. Ich kenne in meiner kleinen Heimatstadt eine muslimische Migrantenfamilie, die vor ca. 30 Jahren nach Deutschland gekommen ist, 10 Kinder gezeugt hat, diese selbst wurden wiederum mit zahlreichem Nachwuchs gesegnet. Keiner von ihnen hat einen Schulabschluss und keiner hat jemals (versicherungspflichtig) gearbeitet. Und wenn das schon in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz so ist, wie ist es dann erst in Köln oder Berlin?

    Sarazin arbeitet, wie es in der empirischen Sozialforschung üblich ist, mit Statistiken, also wertfrei und neutral. Auch seine – bewußte oder ungeschickte – Äußerung vom „Juden-Gen“ war nicht rassistisch, sondern neutral gemeint. Die intelligentesten Menschen wie Einstein, Freud und viele andere waren Juden, was also soll daran so schlimm sein, wenn sie wirklich ein bestimmtes Gen haben sollten. Ich selbst finde das eher positiv. Aber wenn ein Sarazin das sagt, ist er für Medien und Politik sofort ein Rassist mit Nazi-Gedankengut.

    Und dann das dumme Geschwätz von den Integrationspolitikern, die sagen, es gebe auch gebildete, erfolgreiche und gut integrierte muslimische Migranten. Natürlich gibt es die, aber leider sind sie in der Minderheit. Nichts anderes belegt Sarazin mit seinen Statistiken. Er und die mutige Mainzer Studentin sind wichtige Mediatoren im Meinungsbildungsprozess. Sie verdienen es, dafür respektiert und nicht öffentlich niedergemacht zu werden.

  9. @Dentier: so lange bei den Migranten Bildung fehlt – und der Wille dazu, bleiben die Jobs Mangelware. Das gilt auch für schlecht gebildete Deutsche. Wo der Wille fehlt, können Zwänge helfen ( Kindergeld kürzen). Sonst zielen auch die Bildungsgutscheine ins Leere.
    @Matzekatz: ich wohne in einer Stadt mit hohem Ausländeranteil. Meine Töchter gehörten in der Grundschule zur deutschen Minderheit. Ich schätze, ein Drittel der Türken sind integriert. Haben sich integriert. Und die bedauern sehr, dass sich die anderen abschotten.

  10. Dana sagt:

    Ausländer ins Land holen?
    So geht’s anderswo:
    Mein Sohn ist 24 Jahre, gelernter Industriemechaniker in einem großen Tabakkonzert und wurde in der Krise entlassen.
    Das Arbeitsamt half, finanzierte eine 3monatige Weiterbildung. Danach stand er 8 Monate auf der Straße. Bekam nur Angebote von Zeitarbeitsfirmen mit 9 Euro Stundenlohn.
    Er bewarb daraufhin in der Schweiz und bekam prompt ein Jobangebot. Er hat Deutschland verlassen und arbeitet und wohnt jetzt bei den Eidgenossen.
    Die Schweiz ließ ihn aber nur einreisen, weil er einen Arbeitsvertrag in der Tasche hatte.
    Warum kann Deutschland das nicht auch so handhaben?

  11. Anna Hoffmann sagt:

    In Beitrag 19. sollte es natürlich,Dentier heißen und nicht Dieter!
    Außerdem können die Eingeborenen Deutschen in Deutschland schmarotzen, wenn überhaupt, dann haben sie auch ein Recht darauf und nicht die Türken. Die Deutschen gehen auch nicht in die Türkei schmarotzen!
    Bei uns wohnen viele Vietnamesen. Fast alle haben bereits ein Haus gebaut, sprechen hervorragend deutsch, arbeiten alle (auch in schlecht bezahlten Bereichen) und viele ihrer Kinder haben das Abitur.
    Ein Lehrling meines Mannes war Muslim der seinen Jahresurlaub komplett nahm und im Ramadan zusätzlich bezhalten Urlaub forderte. Er zeigte keine Einsicht für Gleichbehandlung mit deutschen Arbeitnehmern. Von uns wir auf allen Ebenen Toleranz gefordert. Wo bleibt die Toleranz der Araber und Türken gegen uns Einheimische?

  12. Dentier sagt:

    @Ma Ihren Dönerbudenbesitzer würde ich gerne mal kennenlernen. Im übrigen wohne ich in einer Gegend mit recht hohen Ausländeranteil und nicht auf einem urdeutschen Dorf. Und es gibt genügend Berührungspunkte, so dass man sich zwangsläufig kennenlernt. Und ich habe eines gelernt: die Sozialstaats Schmarotzer sind nicht die Migranten sondern die Eingeborenen Deutschen.

    Aber sie haben Recht, die religiöse Ausrichtung steht der Integration entgegen. Die befreundeten Muslims haben nämlich im Moment Ramadan und kommen deswegen nicht mehr regelmäßig zum Kaffee vorbei 🙁

  13. Anna Hoffmann sagt:

    Das Problem ist nicht Herr Sarazin sondern unsere Politiker selbst. Statt wie bei Amtseid versprochen „Schaden vom Deutschen Volke abzuwenden“, geschieht das Gegenteil! In Deutschland herrscht doch eigentlich per Grundgesetz Meinungsfreiheit! Wenn Herr Sarazin vom Oberhaupt unseres Staates aus der Bundesbank entlassen wird, erinnert dies an schlimme Zeiten in der Vergangenheit. Türken in den Urlaubsregionen der Türkei lachen über uns dumme Deutschen, wie wir uns von ihren Landsleuten und unseren Politikern auf der Nase herum tanzen lassen. Die Idee von Dieter ist gut, aber Angolaner, Kubaner, Mosambikaner und erst recht Vietnamesen habe eine ganz andere Einstellung als Türken und Araber. Obwohl Muslime uns aufs tiefste verachten kommen die Spenden nach der Flut in Pakistan aus der christlichen Welt und nicht aus den reichen Muslimischen Länder, und werden gerne angenommen.
    Die radikale religiöse Ausrichtung und fehlende Schulbildung in den Heimatländern verhindert freiwillige Integration.

  14. Matzekatze sagt:

    @Herr Wawerla: Ich stimme Ihrer Meinung sehr zu.
    Zudem ist es schon fast schade, dass Herr Sarazzin sein Buch nicht 1-2 Monate vor einer grossen Wahl veröffentlichte. Die Umfragewerte der CDU und der FDP, auch der Grünen und der SPD wären interessant.

  15. Matzekatze sagt:

    Ich selbst sehe mich nicht als ausländerfeindlich an.
    Nur frage ich mich bei allen Kommentaren hier:
    – Würde sich eine Türkei oder ein Iran (als Beispiel) so um Deutsche kümmern, die sich -sofern wir mal die Situationen tauschen – völlig integrationsresistent präsentieren?
    Bewusst geschrieben: PRÄSENTIEREN!
    Ich habe mich heute mit einem Dönerimbissbesitzer unterhalten, seit 20 Jahren in Deutschland. Und wissen Sie was? Er stimmt Sarazzin zu. Er sagt, dass viele seiner Landsleute uns als dumme Deutsche auslachen. Er sagt, kein Staat der Welt ist so dumm wie wir Deutsche..
    Er sagt weiterhin: Die Integration steht im übrigen der
    religiösen Ausrichtung entgegen,
    @Dentier
    @J.Türk
    Sie verteidigen eine Illusion. Vielleicht sollten Sie aus Ihrem Dorf mal herauskommen und eine reale Welt betreten.

  16. Dentier sagt:

    @Türk Sanktionen? Das ist jetzt aber sehr konservativ! Ob es hilft, wage ich zu bezweifeln. Das Umfeld bleibt ja das gleiche. Der Sprachkurs reicht dann wahrscheinlich nur bis das Geld fließt.

    Geben sie den Migranten Arbeit in einem deutschen Umfeld. Nicht so ein Putzjob ab Mitternacht oder als Fleischabschneider in einem Dönerimbiss. So wurde es übrigens auch in der damaligen DDR mit den Angolanern, Kubanern, Mosambikanern und Vietnamesen gemacht. Die waren danach sogar stolz darauf dort gewesen zu sein, weil sie was gelernt haben …

  17. @Wawerla: Es wird nur mit Sanktionen gehen. Wer seine Kinder nicht für die Schule rüstet, bekommt das Kindergeld gekürzt. Und mit mehr als Deutsch-„Kenntnissen“.
    @Stefan: Hilfe zur Selbsthilfe funktioniert nur da, wo jemand das Gefühl hat, mehr Hilfe zu brauchen. Haben aber die harten Kerne nicht. Ich habe da genügend Erfahrungen gesammelt. Aufgeschlossene Türken schämen sich über viele Landsleute, die in Istanbul als rückständig auffallen würden.
    @Christa Düker: Danke
    @Pruzzenblog: ich denke nicht dass da ein großer Plan zur Unterwanderung existiert. Ich glaube, das Problem ist die komplette Ablehnung von Bildung – aus Angst vor dem Verlust der eigenen Identität und der Autorität der Väter als Familienchefs.

  18. Thomas Wawerla sagt:

    Große Zustimmung zum Artikel

    Integration aller Migranten – ja, mit aller Kraft und Energie. Das ist die wichtigste Zukunftsaufgabe für Deutschland. Es gibt keine wirklichen Argumente dagegen.
    Was aber tun mit denen, die nicht wollen?
    Abschieben? Geht nicht, sind ja oft EU-Bürger.
    Fördern, wie oft, wie lange, wie teuer?
    Bestrafen, wenn sie kein Deutsch lernen?
    Der, der sich integrieren will, ist integriert.
    Der, der sich nicht integrieren will, wird keine Hilfe annehmen, und wird nie integriert.
    Es wird ein Sanktionssystem geben müssen. Wie? Wer setzt es durch?
    Aber jeder, der ein solches System vorschlägt, wird sich eine rote Nase holen. Jeder Vorschlag wird zerlegt werden. Hier gibt es politisch nur zu verlieren. Das müssen Leute tun, die politisch nichts mehr werden wollen, ihre Karriere hinter sich haben.

    Schade, dass Sarazin sich selbst demontiert hat mit seiner blöden Gen-Diskussion. Er war in der Position, die Integration zu thematisieren, bis er selbst das Thema wurde.

  19. Stefan sagt:

    Herr Türk schreibt:
    „Aber die dringend erforderliche Zuwanderung muss gestaltet, die Migranten müssen in Deutschland in die Pflicht genommen werden – auch jene der zweiten und dritten Generation.

    Und wenn wir schon dabei sind, werden wir natürlich auch die christliche, deutsche Unterschicht aktivieren, deren Kinder ebenfalls im Elternhaus häufig von Bildung ferngehalten werden, statt vom Fernsehgerät.
    Und die gemeinsam mit muslimischen Altersgenossen in einem sozial undurchlässigen Schulsystem auf Bedingungen stoßen, die einen Aufstieg fast unmöglich machen. “

    Ob die deutsche Unterschicht christlich ist?

    Ansonsten richtig beschrieben.

    Vielleicht sollte man statt „Migranten in die Pflicht nehmen“ und angesichts des „migrantenfeindlichen Schulsystems“ besser sagen: „den Migranten mehr Hilfe zur Selbsthilfe geben – indem man …“

    Und hier sind wir „Integrierten gefordert!

    Das kann z.B. bedeuten, dass Ghettobildungen unterbunden werden. Neue Migranten z.B. ein Wohngegegenden der „Nichtarmen“ – die sich dann kümmern. Und zwar nicht im Sinne von Versorgungsstaat.

    Und da sind auch die Medien gefordert!
    Aber die sind ja überwiegend Hofberichterstatter.

  20. Christa Düker sagt:

    Mit großem Interesse habe ich in den letzten Tagen Beiträge zur „Sache Sarrazin“ in der FAZ,der Welt,der Frankfurter Rundschau und der Rhein-Lahn-Zeitung gelesen.
    Der Kommentar „Herr Sarrazin ist das kleinere Problem“, von Herrn Türk, ist nach meiner Meinung der beste Beitrag zu diesem Thema.
    Er ist intelligent,sachlich und ohne „Gutmenschen-Geschwafel“
    geschrieben.
    Herr Türk hat die Sache auf den Punkt gebracht!

  21. Pruzzenblog sagt:

    Herr Türk,
    „Ausländer rein“ ist richtig? Nein, das sollte man differenzierter angehen. „Ausländer“ also Weltbürger, welche einem Land von nutze sind, ja! Bürger anderer Staaten, die nur in Europa sich „aushalten“ lassen wollen, die z.B. die Sozialkassen ausnutzen, sollte man in aller Welt dazu bringen für sich tätig zu werden.
    Desweiteren ist es auch eine soziale – religöse Thematik. Wenn ein, nutzen wir mal das Wort Stammesführer, wie ein bekannter Politiker der ehemals alternativen Partei Die Grünen benutzte, aufruft, über Einzug in andere Sozialsysteme (fremde) Staaten zu schwächen, über diesen Einzug die eigene Kultur und die anhängliche Religion auszuweiten, dann ist es …?
    Ich denke, das ist eine „Sauerei“. Hätte diese Forderung ein Franzose gesagt, wäre er ausländerfeindlich, als Deutscher wäre er faschistisch und als Pole größenwahnsinnig! Als Türke ist das … normal? Helfen Sie mir bitte, um diese Glorifizierung zu verstehen.
    Dann schreibt Sarrazin ein Buch – medial verzückt genutzte Werbung, dann veröffentlicht Ulfkotte ein Buch – und schon zig Jahre vorher brachte der Spiegel die selben Fragen und ähnliche Thesen, die bis heute ungelöst sind, weil sich kaum jemand herantraut!
    Sie haben Recht, das Kernproblem, die Finanzierung im Lande ist mit der Welt-Wirtschafts-Krise noch kerniger geworden. Vielleicht wird deshalb, von den Medien und der Politik, Dr. Sarrazin so hoch gehandelt?
    Steht er vielleicht gar auf einer Liste der Ablenkung, wie ich bereits im Blog unter „Sarrazin – Helfer für Merkel“ bekundete?

  22. Susanne Körber sagt:

    Dem stimme ich zu. Ich fahre jeden Tag mit dem ÖNV in Frankfurt, ich erlebe beide Seiten.

  23. @Ma und Ma: Zurückschlagen kann ja nicht der Weg sein. Ausländer raus auch nicht. Ausländer rein ist richtig. Aber integrieren (was nie nur die Aufgabe des neuen Heimatlandes ist/sein kann). Und die klugen Köpfe sind nötig.

  24. Da steckt das Kernproblem: Sarrazin selbst bietet die Ablenkung von der wichtigsten Frage. Aber das kennen wir doch: Über die Finanzierung der Renten in 20 Jahren wird auch geschwiegen. Und über das erodierende Gesundheitssystem. Das Zuwanderungsproblem ist aber (noch) deutlicher sichtbar als Überalterung und Zwei-Klassen-Medizin. In der Grundschule meiner Töchter fanden Elternabende mit Dolmetschern statt, und etliche Schüler/innen hatten am Ende der Schulzeit noch immer nicht alle Utensilien beisammen.

  25. Dentier sagt:

    mit Ma.. und Ma.. haben sich ja zwei mit Extremerfahrungen gefunden. Sind Sie beide in der gleichen Organisation?

  26. Matzekatze sagt:

    Das Problem ist das Problem selbst. Nein, es ist nicht der Herr Sarazzin. Er redet das aus, was dem „einfachen Bürger“ als „Nazi“onalismus angehängt wird. Sag sowas auf Arbeit und du bist weg vom Fenster. Das Problem ist die Angst der Leute zu sagen was sie denken und das zu vertreten. Sarazzin ist ein Anfang, die Thematisierung des Themas ruft mehr Leute aus der Deckung als der lieben Parteienlandschaft „recht“ sein werden.
    Meine Meinung: Jeder der für Sarazzin kein Verständnis hat, der soll sich mal von assozialen Muslimen anmachen lassen. Gerne würde ich zurückschlagen – aber dann bin ich gleich ausländerfeindlich… Warum nur..

  27. Paul J. Hahn sagt:

    Treffliche Zusammenfassung der Problematik. Seit Jahren wird schon über die zukünftige demographische Entwicklung in D. diskutiert. Aber die echten Bevölkerungs-Probleme werden nicht angepackt. Bestes Beispiel, siehe oben…

  28. Daniel P. sagt:

    Absolute Zustimmung!

  29. Dentier sagt:

    Es gibt in Deutschland immer noch die Meinungsfreiheit. Von daher finde ich es sehr bedenklich, wenn die Politik aufgrund von unbestritten fragwürdigen Äußerungen ein Berufsverbot verhängt. Das ist ein Rückfall in sehr schlimme Zeiten, in denen dieses gg. verschiedene Volkgruppen oder politsch Andersdenkende verhängt wurde.

    Herr Sarrazin ist ein Dampfplauderer und er gehört als solcher entlarvt und entzaubert. Im gestrigen TV Talk war ja sehr schön zu sehen, wie sehr Herr Sarrazin ins Straucheln gerät, wenn man ihn denn jenseits der Polemik stellt.

    p.s. Wer bezahlt eigentlich die zu erwartende Abfindung?

  30. Martin sagt:

    Liebe Leute, es ist doch wirklich so, dass immer mehr Ausländer in den Städten die Macht an sich ziehen. In den gefährdeten Stadtbezirken herrscht nur noch der Ausländer. Ein Deutscher darf noch nicht einmal einen Ausländer in dicken Merzedes ansehen…da kommt sofort der Spruch: was willst du,glotz nicht so blöd. Ich bin ein Deutscher und muss mir das gefallen lassen…und das ist erst der Anfang… Wie in Amerika -die Bronx Wo soll das Enden???

  31. Heiner Mull sagt:

    Geniale Zusammenfassung – dickes Lob!

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