Sparschwein und Spar-Paket

Es bleibt kein Geld mehr übrig - auch nicht im so genannten Spar-Paket. Auch wenn alle stöhnen: Das kann erst der Einstieg in die Sanierung der Staatsfinanzen sein. In diesem Paket stecken immer noch höhere Schulden.

Es bleibt kein Geld mehr übrig - auch nicht im so genannten Spar-Paket. Auch wenn alle stöhnen: Das kann erst der Einstieg in die Sanierung der Staatsfinanzen sein. In diesem Paket stecken immer noch höhere Schulden.

Wie leicht uns das Wort über die Lippen kommt, obwohl der Inhalt so unangenehm ist: Sparpaket. Ein nettes Bild von Päckchen mit Schleife und Briefmarke entsteht, aber sprachlich ist es ein Ungetüm. Wenn auf einem Sparbuch das Geld angesammelt wird, das wir zum Glück übrig haben, was sollte dann im Sparpaket stecken? Richtig: Auch Geld, das wir für andere Dinge nicht ausgeben, sondern aufbewahren wollen. Aber im so genannten Sparpaket steckt überhaupt kein Guthaben. Im Gegenteil. Obwohl mit all den Beschlüssen Leistungen für Dritte gekürzt und verweigert werden und anderen mehr Geld aus der Tasche gezogen wird, bleibt am Ende nichts übrig. Weniger Schulden machen, ist nicht sparen. Nennen wir das Teil lieber Sanierungspaket. Dann wird auch deutlicher, dass es bei weitem nicht ausreicht.

Mein Großvater steckte mir hin und wieder einen Geldschein zu mit der Verpflichtung ihn zu sparen. Wenn er auch nur vermutet hätte, dass ich dieses Geld auf einer Kirmes verprasse (was in der Tat vorgekommen ist – psssst) – die Quelle wäre sofort versiegt. Dahinter steckte auch eine Art Generationenvertrag. Die Enkel sollten sich fürs Leben gut aufstellen können. Dafür lebten die Großeltern sparsam: Damit etwas übrig blieb.

Und sie achteten darauf, alle Enkel gleich zu behandeln. Nicht einmal das haben die Worthülsen-Produzenten des Sparpakets hinbekommen. Es mag ja sein, dass die Lasten unterm Strich ausgewogen sind. Aber gefühlt ist dieses Sanierungspaket so ungerecht, dass es sogar das Regierungslager zerreißt. Und so fadenscheinig, dass Steuererhöhungen (der nahenden Großen Koalition) schon jetzt durchschimmern.

Auch künftige Großeltern werden sparsam leben – müssen. Aber nicht, um ihren Enkeln ab und zu einen Schein zu schenken, sondern damit sie selbst überleben können. Denn heute ist der Generationenvertrag auf den Kopf gestellt. Es wird nicht nur nichts zurückgelegt für den Nachwuchs (der künftig für immer mehr Alten die Renten, den Pflegeplatz, das kranke Gesundheitssystem bezahlen soll). Nein: Die künftigen Generationen werden sogar jetzt schon vorbeugend ausgebeutet. Statt einer Bildung auf Weltniveau, modernster Infrastruktur und Spitzentechnik besteht ihr Erbe aus Schulden, Zins- und Tilgungsraten – und es gibt keinen Weg, diesen Nachlass auszuschlagen. Mich würde es nicht wundern, wenn unsere Nachkommen diesen Generationenvertrag kündigen, sich davon machen und die Rentner der Zukunft in die Altersarmut entlassen – mit höhnischen Hinweisen auf deren großspurige Krisenparty anno 2010.

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