Störfall verleiht SPD neue Strahlkraft

Störfall = Vattenfall = Wahlkampfmunition. Die SPD sollte sich beim Betreiber des Atomkraftwerks Krümmel herzlich bedanken für ein Thema, das den ebenso müden wie scheinbar aussichtslosen Wahlkampf der Partei mit Energie versorgt. Was polarisiert mehr als die Kernkraft? Ein Störfall mit Strahlkraft. Zum Glück für die Freunde einfacher Botschaften sind Technik und Faktenlage so komplex, dass der Ausfall einer eher simplen Umspannanlage – im Verbund mit chaotischem Kommunikationsgebaren des Betreibers – die Gretchenfrage auslöst: Wie hältst Du’s mit Atom? Aber ganz so schlicht, wie es der Bundesumweltminister am liebsten darstellt, ist die Antwort darauf leider nicht. Natürlich würden wir gerne morgen auf die gefährliche und (weil politisch zum Auslaufmodell gewandelte) überalternde Technik abschalten. Das ist dann „nur noch“ eine Frage des (Strom-)Preises. Bleibt aber eine Kleinigkeit: Woher beziehen wir dann unseren Strom? Die Kernkraftwerke liefern uns immer noch die Hälfte der Grundversorgung. Neue Kohlekraftwerke sind kaum durchsetzbar. Und wer würde sich schon alleine auf ein Windrad im Garten verlassen, das sich mal munter dreht – und mal nicht (ganz ehrlich)? Wer aus der Kernenergie aussteigen will, muss Versorgungsfragen beantworten – aber das ist viel zu kompliziert für den Wahlkampf.

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