Habt Mitleid mit den Bankkaufleuten

Mitleid mit Banken-Chefs gehört momentan nicht zu den angesagten Regungen. Im Gegenteil. Stammtisch und Politik haben sich die „Bänker“ als Prügelknaben auserkoren. Sie haben die Krise verursacht, sie kassieren zu viel – und jetzt machen sie alles noch schlimmer. Angeblich. Trotzdem habe ich heute Mitleid mit den Bankkaufleuten und ihren Führungspersonen. Nicht nur, weil sie auch dann von Nachbarn, (Ex-?)Freunden und Bekannten gehänselt werden, wenn sie nur Girokonten verwaltet und Schalterdienst geschoben haben. Ich habe auch deshalb Mitleid, weil die Kreditinstitute momentan grundsätzlich alles falsch machen. Müssen. Sie haben uns in die Krise geritten, weil sie gezockt haben (also zu große Risiken eingegangen sind). Und sie reiten uns tiefer in die Krise, weil sie jetzt viel weniger Risiken eingehen wollen (also auf dem Geld sitzen, statt es kranken und/oder darbenden Unternehmen zu leihen). Gegen die so genannte Kreditklemme gibt es nur zwei Rezepte – und in beiden Fällen landen die Risiken ganz am Ende bei uns allen. Entweder, die Banken werden mutiger, müssen dann aber mehr faule Kredite abschreiben und irgendwann vielleicht unter einen staatlichen Rettungsschirm flüchten. Oder – was momentan wohl das Sinnvollste wäre – der Staat gewährt die Kredite gleich selbst. Dann können Politik und Bürokratie das Risiko festlegen, das sie uns Steuerzahlern zumuten wollen. Aus der Kreditklemme würde so ein weiteres Hilfsprogramm (und irgendwann eine Steuererhöhung).

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