Solartechnik baut auf Sand ganz sicher

Grandiose Terminwahl: Während in Deutschland mal wieder der Glaube an die Sicherheit alter Atomkraftwerke erschüttert wird – mal wieder von den Betreibern selbst –, präsentiert die Energie-Lobby gleich zwei Projekte, die unsere Stromversorgung in Zukunft sicherer und sauberer machen sollen. Die Erdgas-Pipeline Nabucco wird uns aus der Gefangenschaft russischen Großmannsgebahrens befreien, weil sie die Energie-Zaren links liegen lässt. Und noch besser: Stromkonzerne wollen in der Sahara die Sonne anzapfen. Diesen Plan haben wir vor wenigen Jahren noch – als er vom „Club of Rome“ vorgelegt wurde – als recht spinnerte Vision abgehakt. Jetzt könnte „Desertec“ tatsächlich Leben aus der Wüste saugen. Die Technik passt: Weil die Hitze gespeichert werden kann, wird auch nachts Strom erzeugt. Und der Stromtransport über weite Strecken birgt auch keine unüberwindbaren Probleme. Im Gegensatz zu den spärlicher sprudelnden Ölquellen ist die Sonne unerschöpflich: Die Wüsten der Erde empfangen in sechs Stunden mehr Energie von der Sonne, als die Menschheit in einem ganzen Jahr verbraucht. Dass die Sonnenkraftwerke und die Transportleitungen teilweise in unsicheren Weltgegenden gebaut werden müssen, ist nicht neu: Ölquellen und Pipelines führen ja auch durch Krisengebiete. Bleiben die enormen Kosten und die Tatsache, dass die Bauherren das Projekt nicht als Weltenretter betreiben, sondern um Gewinne zu erwirtschaften. Naja: Dass heutzutage in Deutschland Strom aus Sonnenlicht erzeugt, teuer eingespeist wird und unseren Strompreis treibt, ist auch nicht klüger, als eine Hochspannungsleitung in die Sahara zu bauen.

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