Der Krach der Sonnenkönige

Kaum wird das größte Projekt zur Nutzung von Sonnenenergie ernsthaft geplant und angeschoben, da regt sich Widerstand in einer Ecke, die eigentlich strahlen sollte: bei den Solar-Fans. Weil das nicht zu verstehen ist, stellen wir Vermutungen an.

  • Vielleicht ist es politisch nicht korrekt, dass sich traditionelle Energiekonzerne den Spitzenplatz an der Sonne reservieren. Das könnte das Freund-Feindbild stören. Aber wer sonst hat genügend Geld dafür? Und ich finde es klasse, dass EON und RWE auch an die Wüste denken, wenn sie für die Zeit nach dem Abschalten der Kernkraftwerke planen.

  • Vielleicht erleben wir, wie Rendite verteidigt wird? Wer in Deutschland in Photovoltaik investiert, ist meist nicht nur am Weltenwohl interessiert, sondern auch an den Fixpreisen für Sonnenstrom, die der Staat garantiert – und die per Umlage die Kilowattstunde für alle verteuern. Wenn dereinst der Strom aus der Sahara fließt, könnten neben der Aufmerksamkeit der Regierenden auch die Fördertöpfe neu ausgerichtet werden. Wir lernen: Nur deutsche Sonne ist gute Sonne, auch wenn sie selten scheint.

  • Vielleicht geht es auch um das Wohlergehen der deutschen Solarzellenbranche. Die hat es sich unter dem Sonnenschirm staatlicher Förderung (und damit recht auskömmlicher Preise) vielleicht ein bisschen zu gemütlich gemacht. Der weltweite Wettbewerb wird jetzt deutlich heißer (vor allem, weil wegen der Wirtschaftskrise viele Öko-Projekte auf Eis liegen). Da will man sich wenigstens die Geldquellen vor der eigenen Haustür möglichst lange sichern – und eine strahlende Energiequelle in der Sahara würde da zumindest stören.

Aber – wie gesagt – das sind alles nur Vermutungen. Vielleicht wollen die Desertec-Kritiker unter den Solarfans auch nur ihre Freunde vor Fehlinvestitionen bewahren. Ihre Freunde von RWE und EON.

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