Die Vertagungs-Tagung

Das war der Gipfel. Die Großen der Welt sind ihrer Rolle gerecht geworden: Schaut her, sagen sie, wir haben alles im Griff – fast wie eine Weltregierung. Wenn sie nur regieren würde. So nötig diese Treffen sind in einer eng vernetzten Welt: Die Runde der acht hat ausgedient. Das ursprüngliche Hauptthema Weltwirtschaft kann sie schon längst nicht mehr alleine besprechen – das wird auf die G20 übertragen, in der die Masse der Menschheit vertreten ist. Wie wenig die G8 noch wirken, lässt sich an ihrem scheinbar größten Erfolg der jüngsten Runde ablesen: dem Klima-Beschluss. Okay: Selbst die USA akzeptieren das Ziel, die Erwärmung bei maximal zwei Grad zu stoppen (obwohl kein Mensch sagen kann, ob es nicht besser 1,8 oder 2,4 Grad wären, und die Atmosphäre sich momentan überhaupt nicht erwärmt). Aber wie dieses Ziel erreicht werden soll, und vor allem, wer die gigantischen Kosten dafür trägt – das sagt die G8 nicht. Diese Kernfrage wurde vertagt. Sie steckt im Rucksack für die nächste Tour: auf den Klimagipfel im Herbst. Vielleicht sollte die G8 ihre künftigen Treffen schlichter gestalten und sich mal in Hinterzimmern versammeln. Dann könnte sich die Runde mehr auf die Probleme und deren Lösung konzentrieren statt auf Bilder und aalglatte Botschaften.

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