Das Geschäft mit der Milch versaut

Auf die Abwrackprämie folgt nun doch keine Abschlachtprämie. Obwohl es zu viel Milch gibt und die Preise im Keller sind, müssen Milchkühe nicht vor ihrer Zeit zum Metzger. Zumindest nicht in der EU – in den USA wurde der Bestand schon per Schussapparat den Marktbedürfnissen angepasst (= knapperes Angebot beflügelt Preise). In Europa werden stattdessen immer noch Mechanismen aus der Mottenkiste benutzt, um der Milch Herr zu werden: zum See aufstauen, zum Butterberg stapeln, als Pulver wegpacken, mit Steuergeld zum Schnäppchen wandeln, in die Dritte Welt schicken und den dortigen Bauern das Milchgeschäft versauen. Der Milchsee steigt und steigt; die sie rief, die Geister, wird die EU nicht los. Es sind die Geister der missglückten Subventionspolitik mit der Tendenz zur Gigantonomie bei Viehhaltung, Milch- und Fleischverarbeitung – die so ganz nebenbei die Einstellung „Geiz ist Geil“ auf die Lebensmittelregale übertragen hat. Die Gefahr ist groß, dass auch der Gegenkurs auf den Holzweg führt – etwa zu einer weiteren Bevorzugung der Viehfabriken. Ich würde jenen Bauern die höchste Unterstützung zahlen, die ihre kleinen Herden noch artgerecht halten, die damit unsere Heimat pflegen und dafür sorgen, dass wir uns mit Waren aus der Region ernähren können. Dann darf es auch gerne etwas mehr sein.

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