Bundesbank entlarvt Rentenlüge, bevor gelogen wird

Irgendwie klingt das verkehrt: Rente mit 69. Als hätte sich jemand vertan und „59“ gemeint. Wo sollen denn die 66- bis 69-Jährigen arbeiten, wenn in den kommenden Monaten nicht mal mehr für die Jüngeren genügend Arbeit da ist? Schon fordern die Gewerkschaften das Ende der heiß gehassten „Rente mit 67“. Passt politisch perfekt. Gut möglich, dass im aufziehenden Wahlkampf auch die Rentenreform über Bord geworfen wird. Genau deshalb geht die Bundesbank auf Gegenkurs und fordert (langfristig): „Rente mit 69“. Es ist die vorbeugende Entlarvung einer Rentenlüge. Ein solches Signal ist nötig. Schon haben ernst zu nehmende Parteien Steuersenkungen gefordert, die jeder kaufmännischen Grundlage entbehren. Da dürfen wir auch mit der Ankündigung von Rentenalterssenkungen rechnen, die der Demografie widersprechen. Zur Erinnerung: Die Menschen, über die wir hier reden, sind bereits geboren. Und es sind zu wenige. Selbst bei sinkenden Exporten fehlen uns in wenigen Jahren Arbeitskräfte – und damit Beitragszahler. Die Prognose ist herrlich schlicht: Weniger Berufstätige müssen eine – dank steigender Lebenserwartung – stetig schwerere Rentenlast schultern. Geht nicht. Die Lösung ist zum Glück ebenfalls einfach, aber besonders vor Wahlen wird sie ausgeblendet: Wenn das gegenwärtige Rentensystem bestehen bleibt, und die Deutschen immer älter werden, müssen wir länger arbeiten. Irgendwann auch länger als bis zum 69. Geburtstag.

Dieser Beitrag wurde unter Ökonologie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Kommentare zu Bundesbank entlarvt Rentenlüge, bevor gelogen wird

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.