An die Spitze geschwitzt

GM will Opel aus der Verlustzone holen - die Mitarbeiter wehren sich und leisten Widerstand. 2004.Gab es mal Streiks für die 35-Stunden-Woche? Muss lange her sein. Aber Tarifverträge mit einer Wochenarbeitszeit um die 37 Stunden, die soll es immer noch geben. Der Trend ist kein Genosse; er läuft in die andere Richtung. Eben meldet der Europäische Gewerkschaftsbund, dass sich die Deutschen in die EU-Spitzengruppe der Fleißigen geschafft haben. Mit durchschnittlich 41,2 Stunden pro Woche schwitzen wir dicht hinter Bulgaren, Österreichern, Polen, Letten, Tschechen und Rumänen – von denen auch keiner die 42er Marke knackt. Alle anderen arbeiten weniger. Natürlich die Italiener und Franzosen (dolce vita und so). Aber auch die Briten, Belgier, Niederländer und Schweden. Bei uns wird wieder in die Hände gespuckt, gesteigert das Bruttosozialprodukt (wenn die so genannte Krise vorbei ist). Ausgerechnet die Deutschen, die Urlaubs-, Freizeit- und Reiseweltmeister (a. D.). Gegen diese Niederlage zieht der Gewerkschaftsbund zu Felde mit überzeugenden Argumenten: So viel Arbeit schadet der Familie – und auf Dauer auch der Gesundheit. Schönen Dank für den Hinweis, das hilft uns aus dem Dilemma. Ich dachte schon, die Deutschen würden mehr arbeiten, weil sich die Unternehmen weniger Arbeit zu höheren Löhnen auf dem Weltmarkt nicht mehr leisten können. Am Ende korrigiert der Blick auf die Jahresarbeitszeit das Bild: Weil es bei uns immer noch viele Urlaubstage gibt, sind wir in dieser Statistik das Schlusslicht. Die Füße hoch, die Liegen dicht geschlossen.

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