Es steige der Strompreis: Staat kassiert bei EEG-Umlage mit

Zwar stimmt die Umwelt- und Wirtschaftspolitik mit in die Klagelieder über steigende Strompreise ein - aber der Staat verdient schweigend mit.

Die Katze ist aus dem Sack, Strom wird erheblich teurer – zwar fehlt noch die offizielle Bestätigung der Netzbetreiber, aber wir dürfen davon ausgehen, dass der Aufschlag für Erneuerbare Energien (und damit der Strompreis) ab Januar um etwa die Hälfte steigt: von 3,593 Cent pro Kilowattstunde auf knapp 5,3 Cent (ein Plus von 1,7 Cent oder 47,3 Prozent). Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem – sparsamen – Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeutet das Mehrkosten in Höhe von 60 Euro, ist überall zu lesen. Falsch. Denn leider wird häufig die Rechnung ohne den Wirt gemacht – in diesem Fall ohne die Mehrwertsteuer. Die kommt noch oben drauf, was wahrscheinlich der Grund ist, dass die Politik momentan zwar viel Mitleid mit den Stromkunden bekundet, aber wenig unternimmt, um die Strompreise zu senken.

Die Summe, die der Bund durch die Umsatzsteuer auf die Ökostromumlage (EEG-Umlage) zusätzlich kassiert, ist respektabel. Immerhin zahlen die Stromkunden in diesem Jahr etwa 14 Milliarden Euro, um die Differenz zwischen den Kosten für die erneuerbare Energieerzeugung und den Erlösen zu decken. Netto. Aber die EEG-Umlage ist nicht steuerfrei. Der Staat hält die Hand auf. 19 Prozent. Das macht zusätzlich 2,66 Milliarden Euro für die Staatskasse. Im laufenden Jahr.

Und jetzt steigt die Abgabe erneut. Und zwar rasant. Die Steigerung ist schon netto mit 1,7 Cent (auf netto 5,3 Cent) ganz schön happig (60 Euro im Jahr pro Familie). Aber wir Privatleute müssen ja auch Umsatzsteuer bezahlen. Dann sieht die Rechnung so aus: Anstieg um 2,02 Cent auf 6,3 Cent pro Kilowattstunde. Mal 3500 Kilowattstunden im Jahr (in der Regel sind es allerdings mehr als 4000 Kilowattstunden), schon macht der Mehrbetrag also nicht 60 Euro aus, sondern über 70. Insgesamt zahlen Durchschnittsfamilien also mehr als 220 Euro im Jahr für die Ökoenenergie. Und davon kassiert der Finanzminister mehr als 35 Euro. Im kommenden Jahr dürfte diese staatliche Steuer auf die staatliche EEG-Abgabe also in der Summe um die vier Milliarden Euro betragen.

Wen wundert es da noch, dass Umweltminister Peter Altmaier (CDU) nichts davon wissen will, die EEG-Umlage von der Steuer zu befreien. Mit den leicht verdienten Milliarden lassen sich die wenigen Millionen locker finanzieren, die er großzügig aufbringen will, um die arg gebeutelten Haushalte beraten zu lassen, wie sie am besten Energie sparen. Mit dem riesigen Rest der Milliarden werden Löcher gestopft, damit ein ausgeglichener Haushalt als politische Heldentat vorzuweisen ist (und nicht als Ergebnis doppelter Abzocke).

Vielleicht verschont die Bundesregierung deshalb auch großzügig die deutsche Industrie, deren Stromverbrauch nur zur Hälfte mit der vollen Umlage belegt wird (entweder kein Aufpreis oder nur 0,05 Cent). Denn Unternehmen bekommen die Umsatzsteuer zurück.

Ach ja. Nur zum Nachdenken: Der Staatsanteil am Spritpreis beträgt mehr als 50 Prozent …

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

I accept that my given data and my IP address is sent to a server in the USA only for the purpose of spam prevention through the Akismet program.More information on Akismet and GDPR.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.