Keine Energiesparlampe neben den Dübeln

Sie ist mein Liebling unter den Leuchtmitteln. Jetzt ist sie verboten: die Glühbirne, 60 Watt. Zum Glück habe ich sie, wie die 6mm-Fischerdübel im Sparpaket und beutelweise bunte Kabelbinder, bei jedem Besuch im Baumarkt gekauft. Und gestapelt. Bei den Birnen hat es sich gelohnt – denn die gibt es nicht mehr. Als Umweltverschmutzer fühle ich mich trotzdem nicht.

Mit den Glühbirnen ist das wie mit dem Biosprit. Das alternative, angeblich saubere Produkt ist nicht offenkundig attraktiv (preiswerter, schöner, leistungsfähiger). Deshalb bleibt es liegen. E10, weil viele annehmen, dass es zwar vielleicht die Umwelt schont, aber vielleicht auch den Motor ruiniert.

Die Energiesparlampen hatten ebenfalls so einen schlechten Start. Anfangs passten sie grundsätzlich in keine Lampe, ihre verdrehten Leuchtstoffröhren guckten aus den Lampenschirmen heraus wie haarige Waden aus zu kurzen Hosen.

Wehe dem, der Kellertreppen mit den Sparlichtern ausleuchtet – bis die ihre maximale Kraft entfalten, müssen die Stufen im Halbdunkel ertastet werden. Überhaupt: An Kellertreppen und in Vorratskammern sind Glühlampen die bessere Variante: Klick, an. Licht, klick, aus. Jahrzehnte lang. Die Energiesparer hingegen nehmen einem die Schalterei krumm. Nach einem Jahr geben manche schon auf; lange bevor ihr theoretisch langes Lampenleben ausgeglüht ist. Da sollte man sie lieber brennen lassen, was den Spareffekt ad absurdum führt.

Außerdem steckt in den neuen Dingern Quecksilber (wenn Glühbirnen kaputt gehen, kommen sie in den Müll, wenn Energiesparlampen zersplittern, muss gründlich gelüftet und die Lampenruine getrennt entsorgt werden. Ich hoffe, dass man dann auch all die „seltenen Erden“ wiederfindet, derentwegen die Energiesparlampen gerade rechtzeitig zum Verbot der 60er ordentlich teurer geworden sind. Allein schon wegen des Preises: Ins Regal, zu den Dübeln kommen mir die Dinger nicht.

Zum Glück sind die Alternativen schon auf dem Markt: LED-Lämpchen. Die leuchten schnell und hell, und sie sind auch sparsam (im Verbrauch. Nicht in der Anschaffung). Die LEDs sind so winzig, dass es Lust macht, die Decken und Wände damit zu pflastern wie künstliche Sternenhimmel. Was unterm Strich eventuell auch keinen Strom spart.

Deshalb mache ich das, was die eifrigen Politiker in diesem Fall besser auch getan hätten: Gelassen zurücklehnen, auf das wirklich sinnvolle Produkt warten und bis dahin den Glühbirnenvorrat vergrößern – neben dem Haufen Kabelbinder und den vielen Dübelschachteln wäre noch Platz.

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